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Kaffee – Munter- oder Mürbemacher ?

Depressionen, chronische Erschöpfung – vielleicht ist Ihr Kaffee-Konsum schuld

Zeitalter des Kaffee-Wahns

Wir leben in einer Zeit, in der Kaffee zum Lifestyle-Getränk, zum Heilsbringer, zum täglichen Highlight und zum Kultobjekt ernannt wird.
Sehr viele Menschen brauchen ihren Kaffee wie ihr tägliches Brot.
Unterstützt wird er Hype durch amerikanische Coffee-Shops und das Übergangebot an verschiedenen Kaffee-Spezialitäten wie Latte Macchiato,
aromatisierten Kaffees, Eiscafés aus dem Supermarkt und letztendlich die Kapselmaschinen für den eigenen Haushalt. Wir alle denken inzwischen, täglicher Kaffeekonsum ist selbstverständlich, harmlos und sogar gesund.
Der Trend Kaffee zum Lifestyle-Getränk hoch zu stilisieren, kam eindeutig aus den USA, in denen schon vor 20 Jahren Kaffee getrunken wurde als wäre er Limo, Wasser oder irgendein Erfrischungsgetränk. Leider kommen meist keine gesunden Trends aus den USA zu uns herüber. Popcorn, Cola und Fastfood-Ernährung sind keine wirkliche Bereicherung der deutschen Esskultur, sondern erfordern immer wieder viel Vernunft beim Konsumenten. Natürlich sind wir Deutschen allgemein nicht so gefährdet, in die Kalorienfalle zu tappen wie die amerikanische Bevölkerung, die sich größtenteils ungeniert von Fettem, Süßen, Sauren und Koffeinhaltigem ernährt – oder von Nahrungsmitteln, die mit ungesunden Süßungsmitteln angereichert wurden, doch ist Vorsicht angebracht. Bei Süßem und Fettigen sind wir Deutschen noch wachsam, weil wir wohl gesundheits- und figurbewusster sind. Beim Koffein aber schaltet unser Gehirn anscheinend aus.

Ich brauche morgens meinen Kaffee – wirklich?

Auffällig viele Frauen kokettieren zurzeit mit Ihrem Kaffee-Konsum. Besonders die sozialen Netzwerke, wie Twitter, Facebook, Google + und Instragram quillen förmlich über vor animierenden Fotos des braunen Wachmachers. Schaumkrönchen aller Art, kunstvolle Barista-Werke und Kaffee-Spezialitäten in allen Variationen werden lustvoll gepostet. Streitet sich die Internetgemeinde sonst gerne um jedes öffentlich gepostete Wort – in einem sind sie sich alle einig:
Kaffee wird geliebt, sorgt für friedliche Stimmung und für eine gewisse Form von Befriedigung. Gerne teilt man mit seinen Online-Freunden und -Bekannten ein Foto des Kultgetränkes und alle benehmen sich so, als würde man tatsächlich gemeinsam das koffeinhaltige Getränk schlürfen.
Merwürdigerweise sind Frauen bei dem Hype um den Kaffee ganz vorne dran. Es vergeht kein Tag, an dem nicht mindestens 10 Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts in den sozialen Netzwerken gepostet haben, dass sie jetzt einen Kaffee brauchen, jetzt einen Kaffee trinken oder sich einen zubereiten.
Dieses Ritual á la Täglich grüßt das Murmeltier wird von allen Kontakten toleriert, geliked und unterstützt. Wir alle verbinden mit Kaffee etwas Positives, etwas Gemütliches und Aufputschendes. Daher machen wir den Hype mit. Hinzu kommt, dass sämtliche Warnungen bezüglich der gesundheitsgefährenden Eigenschaften des Kaffees in den letzten 10 Jahren in den Wind geschlagen wurden, relativiert und als nicht bestätigt gelten.
Trotzallem bleibt man aber noch dabei, dass Schwangere entweder gar keinen Kaffee trinken sollten oder doch zumindet nur sehr wenig.

Kaffeesucht nicht wirklich harmlos

Offline und online wird täglich mit Stolz verkündet, dass man morgens seinen Kaffee braucht. Ist die Kaffeemaschine plötzlich kaputt, wird dies als Drama zelebriert, an dem alle teilhaben sollen und Beileid bekunden sollen und es tatsächlich auch tun. Die Lust und der Drang nach dem braunen Wachmacher wird für viele Frauen wie ein Attraktivität steigerndes Merkmal kultiviert, während Männer der Sucht eher still frönen.
Allgemein ist es aber so: Wer süchtig nach Kaffee ist, schämt sich nicht dafür, sondern ist eher stolz darauf.
Woher kommt diese Einstellung? Zum einen ist Kaffee ein Getränk für Erwachsene. Es ist ein Genussmittel, das ähnlich einer Zigarette eigentlich bitter schmeckt.
Anfangs muss man sich an den Geschmack erst gewöhnen, dann scheint man ihn zu brauchen.
Kaffee hat aber auch kommunikative Funktionen: Man trifft sich auf einen Kaffee, man verabredet sich auf einen Kaffee, man bespricht etwas bei einer Tasse Kaffee und letztendlich kommt man abends noch zu einem Kaffee mit in die Wohnung seines Rendezvous. Der Kaffee gilt im zwischengeschlechtlichen Geplänkel als harmloser Vermittler. So hat Kaffee in unserer Gesellschaft inzwischen eine Bedeutung erlangt, die weit über das Trinken eines wohlschmeckenden Wachmachers hinausgeht. Aus diesen Gründen stehen wir ihm auch sehr unkritisch gegenüber.Dabei ist Kaffeesucht nicht wirklich harmlos. Wie Kaffee auf unseren Körper wirkt und was er langfristig mit uns macht, beschrieb Stephen Cherniske bereits 1998 in seinem amerikanischen Bestseller „Caffeine Blues“. Es richtete sich an den amerikanischen Konsumenten, der rund um die Uhr den braunen Wachmacher trinkt.Morgens auf dem Weg zum Büro trinkt er seinen Coffee to go. Im Büro holt er sich als erstes seinen Kaffee und so geht es den ganzen Tag weiter. Auch mit Kollegen und Freunden trifft man sich im Coffee-Shop. Der sorglose Umgang mit einem koffeinhaltigen Genussmittel wird in den USA noch viel exzessiver betrieben als bei uns. Leider folgte nach einem kurzen Hype um dieses Buch wieder Desinteresse und der alte Schlendrian.

Man wollte sich doch nicht von liebgewordenen Gewohnheiten verabschieden und schließlich hatte die Kaffee-Industrie wohl auch noch ein Wörtchen mitzureden. Kurz: Viel geändert hat sich seit dem Erscheinen des Buches nicht außer, dass die wirklich Kranken sich Alternativen zum braunen Lifestyle-Getränk suchten.

Koffein wirkt täglich auf unseren Körper

Während wir denken, das geliebte Heißgetränk macht uns nur wach, leistungsfähiger und besser gelaunt, passieren in unserem Körper allerlei Prozesse, von denen wir keine Ahnung haben.
Der aufputschende Effekt kommt von einem Prozess in unseren Nebennieren. Hier werden Hormone produziert und das Koffein sorgt dafür, dass vor allem Stresshormone produziert werden, die uns aufputschen. Wir fühlen uns damit scheinbar wohler und wacher, tun unserem Körper aber keinen Gefallen damit.
Täglich zwingen wir unsere Nebennieren dazu, Hormone zu produzieren, die wir eigentlich nicht bräuchten.
Die Folgen davon sind eine oft unerkannte chronische Erschöpfung der Nebennieren, die allerlei Symptome aufweisen kann:
Depressionen, körperliche Erschöpfung, Antriebslosigkeit, diverse moderne Krankheitsbilder wie Burn-Out können damit zusammenhängen.
Der Teufelskreis: Wir fühlen uns müde, erschöpft, schlecht gelaunt und traurig und greifen zum Kaffee. Schon sind wir wieder besser drauf und so geht es endlos weiter. Wir merken nicht, dass wir an die Kraftreserven unseres Körpers gehen. Lassen wir den Kaffee weg, erleiden wir regelrechte Entzugserscheinungen und natürlich denken wir dann, wir bräuchten den braunen Wachmacher eben und posten glücklich Bilder von gefüllten Kaffeetassen auf Facebook und co.

Mit Koffein immer unter Stress

Kennen wir nicht alle genug Menschen, die dauernd unter Stress stehen? Und – sind dies nicht meist Kaffeetrinker? Immer denken wir, unser modernes Leben würde uns zu sehr stressen. Die neuen Medien, die Doppelbelastung der Frauen, der Wettbewerb im Beruf – all das sind, so meinen wir, die Auslöser für Dauerstress. Aber was begleitet unser modernes Leben auch? Ein gesteigerter Koffeinkonsum. Je gestresster wir uns fühlen, je wichtiger und aufreibender unser Job – umso mehr Kaffee scheinen wir zu brauchen.

Viele Menschen wissen gar nicht, dass es vor allem ihr heißgeliebter Kaffe ist, der sie stresst.. Dabei müssen wir dafür gar nicht 10 Tassen am Tag trinken, es reichen für viele Personen schon 1-2 Tassen am Morgen um den ganzen Tag ein gestresstes Gefühl zu haben. Wer es nicht glauben mag,

kann es einfach ausprobieren und für 4 Wochen auf entkoffeinierten Kaffee oder ein anderes Heißgetränk umsteigen. Er wird erstaunliche Veränderungen an seiner psychischen Konstitution und an seinem körperlichen Befinden feststellen. Richtig Koffeinsüchtige werden Entzugserscheinungen haben. Andere werden ein neues Leben genießen. Der stressige Alltag erscheint auf einmal gar nicht mehr so stressig. Entspannt können die Hürden des modernen Lebens genommen werden und der Körper erholt sich von einer jahrelangen Vergiftung und Übersäuerung.

Gerade Menschen, die depressiv, erschöpft, dauernd krank, antriebslos, energielos und nicht besonders belastbar sind, sollten die Probe aufs Exempel machen und einfach mal auf die tägliche Ration Koffein verzichten!

Braucht der erwachsene Mensch Koffein?

Hand aufs Herz – glauben wir wirklich, die Natur hätte den Menschen so erschaffen, dass er ohne sein tägliches Koffein nicht klarkommt? Ganz sicher nicht. Koffein ist ein Genussmittel, das wir hin und wieder wirklich nur ‚genießen‘ sollten, aber nicht täglich konsumieren müssten.

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